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Wie mittelständische Unternehmen ihr Produktmanagement erfolgreich ausrichten
Viele mittelständische Unternehmen entwickeln ihre Produkte auf Basis konkreter Kundenanforderungen. Dieses Vorgehen ist sinnvoll, führt jedoch häufig zu komplexen, schwer skalierbaren Lösungen und sinkender Profitabilität. In diesem Artikel erfahren Sie, warum es nicht ausreicht, nur auf Kundenwünsche zu reagieren, und wie ein professionelles Produktmanagement im Mittelstand dabei hilft, Angebote strategisch auszurichten und langfristig erfolgreiche Produkte zu entwickeln.
Das erwartet Sie in diesem Artikel
In diesem Artikel erfahren Sie, warum viele mittelständische Unternehmen im Produktmanagement an Grenzen stoßen und wie sich diese gezielt überwinden lassen.
- Warum reine Kundenorientierung Innovation verhindern kann
- Wie ineffiziente Speziallösungen entstehen
- Wie Sie Ihr Produktmanagement im Mittelstand verbessern
- Wie Sie Ihr Produktportfolio gezielt optimieren
- Warum Perspektivwechsel entscheidend für erfolgreiche Produkte ist
Warum Unternehmen oft nur auf bekannte Kundenanforderungen reagieren
Unternehmen, die im Mittelstand angesiedelt sind, beschäftigen zum Teil hunderte bis tausende Mitarbeitende und sind in der Regel organisch gewachsen. Das bedeutet: Die Anforderungen, die die Kundschaft an den Vertrieb gestellt hat, wurden umgesetzt – Auftrag erledigt, dann der nächste Job.
Prinzipiell ist es gut und richtig, auf Kundenanforderungen zu reagieren. Im Produktmanagement im Mittelstand reicht das jedoch langfristig nicht aus.
Wenn man im 19. Jahrhundert Kutscher gefragt hätte, was sie sich wünschten, hätten sie mit hoher Wahrscheinlichkeit nach einem schnelleren Pferd verlangt. Niemand hätte sich auch nur im Traum vorstellen können, dass es nur zweihundert Jahre später Autos gibt, die in knapp drei Sekunden von Null auf Hundert beschleunigen – geschweige denn, dass Fahrzeuge fliegen können.
Vor 100 Jahren hätte sich niemand vorstellen können, mit anderen Menschen an nahezu jedem Winkel der Welt zu sprechen, ohne dass diese in unmittelbarer Nähe sind. Und wer hätte sich im letzten Jahrzehnt vorstellen können, mit unseren Steckdosen zu sprechen, um auf diese Weise Musikanlage, Toaster oder Licht zu steuern?
Kunden denken in bekannten Lösungen – Unternehmen müssen weiterdenken
Die Menschen neigen dazu, immer nur das zu bestellen, was sie schon kennen. Wir bewerten Dinge auf Basis unserer bisherigen Erfahrungen. Dinge grundsätzlich in Frage zu stellen, gehört jedoch zu den wichtigsten Aufgaben erfolgreicher Unternehmen.
„Der Unterschied zwischen Begeisterung und Zufriedenheit entscheidet über Erfolg und Misserfolg.“ (Serpil Uensal)
Wenn die Klientel denkt, dass sie ein bestimmtes Produkt benötigt, das sie kennt, ist es die Aufgabe des Unternehmens, Angebote zu unterbreiten, die tatsächliche Probleme lösen und Herausforderungen bewältigen. Genau hier setzt modernes Produktmanagement im Mittelstand an.
Wenn der Vertrieb dominiert: Wie ineffiziente Produkte entstehen
In einigen Betrieben hat – historisch bedingt – der Vertrieb das Sagen. Immer neue Ideen werden ins Unternehmen getragen, und daraus entstehen neue Produkte. Nicht selten stimmen jedoch die Deckungsbeiträge nicht mehr oder haben nie gestimmt.
Manche Anforderungen sind so speziell, dass nur einzelne Kunden von der Entwicklung profitieren. Gleichzeitig möchte der Vertrieb langjährige Kundschaft nicht vor den Kopf stoßen. Die Folge: Hohe Entwicklungskosten bleiben beim Unternehmen hängen.
Produktportfolio bereinigen: Der „Aufräumdienst“ im Produktmanagement
Wenn Anforderungen zu spezifisch sind und sich nicht so modifizieren lassen, dass Produkte breit im Markt verkauft werden können, ist das Angebot weit davon entfernt, ein Ertragsbringer zu sein.
Produkte können durchaus spezifisch sein – etwa wenn sich Unternehmen als Anbieter für Speziallösungen positionieren. Hier geht es jedoch um sogenannte „Ladenhüter“: Produkte, die sich nur langsam oder kaum verkaufen.
Typische Fragestellungen in der Produktmanagement Beratung
- Können Speziallösungen branchenübergreifend eingesetzt werden?
- Lassen sich Patente verkaufen?
- Sollten Einzelanfertigungen eingestellt werden?
Ziel ist es, Ressourcen freizugeben, die das Unternehmen benötigt, um wieder in die Gewinnzone zu kommen.
Mehr dazu finden Sie auf unserer Seite zur Produktmanagement Beratung.
Produktmanagement professionalisieren: Mit Beobachtung und Analyse
Nicht immer muss alles neu entwickelt werden. Häufig reicht eine gute Beobachtungsgabe sowie der gezielte Einsatz von Fokusgruppen, Kundeninterviews und Nutzeranalysen, um herauszufinden, wo der Schuh drückt.
Kluge Fragestellungen und die systematische Suche nach Antworten bringen das Produktmanagement auf den richtigen Kurs.
Grundlagen zum Thema finden Sie auch im Überblick zum Produktmanagement.
Produktmanagement frühzeitig in die Entwicklung einbinden
Rolle des Produktmanagements in der Entwicklung
- Kundenanforderungen übersetzen
- technische Entwicklungen forcieren
- Innovations- und Kreativitätstechniken anwenden
Stichwort Perspektivwechsel: Wenn Anbietende durch die Brille der Kundinnen und Kunden blicken und diese aktiv in die Entwicklung einbeziehen, lässt sich die Marktreife besser überprüfen.
Pilottest durchführen, beobachten, nachjustieren – und wieder von vorn.
Produktmanagement Beratung ist keine Blaupause
Die Produktentwicklung war bislang ein aufwendiger und langwieriger Prozess. Produktmanagement Beratung unterstützt mittelständische Unternehmen dabei, ihre Performance zu erhöhen und gleichzeitig näher an der Kundschaft zu entwickeln.
Ziel ist es, zu verhindern, dass ein fertiges Produkt am Ende nicht angenommen wird.
Jede Entwicklung benötigt Zeit und Energie. Lösungen entstehen nicht unter der Dusche oder zwischen Tür und Angel.
Daher lohnt sich auch der Blick in andere Branchen.
Beispiel: Neue Geschäftsmodelle durch Perspektivwechsel
„Würden Sie Ihrer Autoversicherung erlauben, Ihr Fahrverhalten aufzuzeichnen, um im Umkehrschluss bei defensiver Fahrweise von einer Preisersparnis zu profitieren?“
Wie auch immer die Antwort ausfällt – dieses Modell findet in Amerika Anwendung.
Es gibt Kundinnen und Kunden, die dieses Angebot annehmen. Für bestimmte Autofahrende ist es besonders attraktiv – insbesondere für diejenigen, die ohnehin umsichtig fahren.
Wo Probleme gelöst werden, entstehen Märkte
An dieser Stelle hat das Produktmanagement bzw. die Produktentwicklung des amerikanischen Versicherers ganze Arbeit geleistet.
Der Anbieter hat einen konkreten Schmerzpunkt erkannt und darauf reagiert.
Wo Probleme gelöst werden können, entsteht ein Markt, der bedient werden kann.
Innovation im Mittelstand entsteht vor allem dann, wenn Unternehmen bestehende Denkmuster bewusst hinterfragen.
Betriebsblindheit im Unternehmen erkennen und auflösen
Unternehmen, die jahre- oder jahrzehntelang die gleichen Kundenbedürfnisse bedienen, entwickeln mit der Zeit eine gewisse Routine.
Diese Routine führt häufig zu Betriebsblindheit – das Produktmanagement sieht sprichwörtlich den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.
Situationsanalyse in der Produktmanagement Beratung
Zentrale Analysefragen
- Wo liegen die Schwächen des Produkts?
- Welche Stärken hat das Angebot?
- Warum sinken Umsätze oder Zufriedenheit?
- Wie arbeiten die Abteilungen zusammen?
- Funktionieren die Schnittstellen?
Erst auf dieser Basis lassen sich fundierte Entscheidungen und Handlungsanweisungen ableiten.
Weiterbildung im Produktmanagement nachhaltig gestalten
Für Teams mit einer Gruppengröße von 8 bis 12 Teilnehmenden werden bedarfsorientierte Produktmanagement Weiterbildungen angeboten.
Diese richten sich an erfahrene Produktmanager:innen, Neu- und Quereinsteiger:innen sowie Fachkräfte aus angrenzenden Bereichen.
Ziel ist es, effektives Produktmanagement nachhaltig im Unternehmen zu verankern – konzeptionell, messbar und erfolgreich.
Produktmanagement Mittelstand neu denken
Produktmanagement bedeutet mehr als das reine Umsetzen von Kundenanforderungen. Es geht darum, Probleme zu verstehen, Lösungen zu entwickeln und langfristig erfolgreiche Produkte im Markt zu etablieren.
